Handlungsfeld Stadtumbau
Einordnung
Was aber hat es nun mit dem noch verhältnismäßig unerforschten Stadtumbau auf sich? Stadtumbau gab es schließlich schon immer, zu nennen sind hier insbesondere Neugestaltungen oder Neustrukturierungen aufgrund von Bränden (London 1666, Göppingen 1782, Hamburg 1842), Erdbeben (Lissabon 1755) oder Kriegszerstörungen (1. und 2. Weltkrieg).
Die Thematisierung der Stadtschrumpfung als dominante Entwicklung erfolgte allerdings erst Ende der 1990er Jahre, als nach Jahren des (wirtschaftlichen und demografischen) Wachstums, z.T. bedingt durch die Wiedervereinigung, insbesondere in Ostdeutschland zunehmend Nachfragerückgänge sowie Wohnungsleerstände zu verzeichnen waren. Die auf Initiative der Wohnungswirtschaft 1998 von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission "Wohnungswirtschaftlicher Strukturwandel in den neuen Bundesländern" kam in ihrem im Jahr 2000 erschienen Bericht zu dem Ergebnis, dass in Ostdeutschland über eine Millionen Wohnungen (13 % des Bestandes) leer stehen.
Spätestens seit diesem Bericht war das Thema Stadtumbau als flächendeckendes Problem - zunächst in ostdeutschen Städten - anerkannt. Es folgte die Initiierung der Bund-Länder-Programme Stadtumbau Ost im Jahre 2001 und Stadtumbau West drei Jahre später, was den Stadtumbau zu einem zentralen Aufgabenfeld der Stadtentwicklung werden ließ und einen Paradigmenwechsel vom gesteuerten Wachstum zum geordneten Rückzug einleitete.
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Abbildung 3: Handlungsbereiche der gegenwärtigen Stadtentwicklung. |
Zusammenfassend ist unter Stadtumbau ein integrativer Ansatz zu verstehen, der darauf zielt, den durch demografische und wirtschaftliche Strukturveränderungen und Schrumpfungsprozesse verursachten städtebaulichen Funktionsverlusten der Städte und Regionen umfassend zu begegnen und deren Zukunftsfähigkeit durch die Herstellung einer tragfähigen städtebaulichen Entwicklung gezielt zu stärken.