Leitbilder für den Stadtumbau
Die kontrahierte Stadt
1. Die kompakte/kontrahierte Stadt
Während die "kompakte Stadt", die häufig synonym auch als "europäische Stadt" oder "Stadt der kurzen Wege" bezeichnet wird, auf der Zielvorstellung einer wachsenden Stadt aufbaut, so bilden bei der sog. "kontrahierten Stadt", einem Modell der räumlichen Kontraktion, Schrumpfungserscheinungen den Ausgangspunkt für die Leitbildentwicklung. Ziel ist es, die unbestritten positiven Folgen des seit ca. zwei Jahrzehnten dominierenden kompakten Siedlungsstrukturkonzeptes auf die neuen Rahmenbedingungen zu übertragen.
Als wesentliche
Grundprinzipien einer kompakten Stadt seien folgende Schlagworte genannt: Stadt-Land-Gegensatz, Konzentration von städtischen Funktionen wie Wohnen, Arbeiten und Einzelhandel auf zentral liegende Stadtteile, städtebauliche Dichte und Nutzungsmischung.
Das
Leitbild der kontrahierten Stadt kann nun als zielgerichteter Ansatz angesehen werden, die Attraktivität der kompakten Siedlungsstruktur auch auf schrumpfende Städte zu übertragen. Folglich ist eine Anpassung der alten Zielvorstellungen der kompakt (wachsenden) Stadt an die gegenwärtig rückläufige Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung vorzunehmen. Die Grundidee einer konzentrisch schrumpfenden Stadt basiert demzufolge auf einem Rückbau von den Siedlungsrändern her unter gleichzeitiger Stabilisierung bzw. Stärkung des Siedlungskerns. Durch die räumlich abgestimmten Rückbau- und Aufwertungsmaßnahmen gelingt es sodann, einen zusammenhängenden Stadtkörper auch in Zeiten der Schrumpfung zu erhalten.
Zusammenfassend ergeben sich folgende
Eigenschaften einer kontrahierten Stadt:
- Peripherie (Stadt-/Ortsrand):
- Flächenhafter Rückbau von außen nach innen.
- Renaturierung von Brachflächen am Siedlungsrand.
- Stadt-/Ortskern:
- Konzentration von Aufwertungsmaßnahmen auf die Innenstadt und erhaltenswerte Zentren.
- Nachverdichtung durch Schließung von innerstädtischen Baulücken und Wiedernutzung von innerstädtischen Brachflächen.
- Erhalt bestehender Nutzungsmischung.
Beispiel:
Vorrangiges Ziel des Konzeptes der Stadt Cottbus ist es, der drohenden Aushöhlung der Stadtstruktur durch eine Aufwertung der inneren Stadt entgegenzuwirken. Das räumliche Leitbild sieht vor, das innere Stadtgebiet durch Aufwertung des Wohnungsbestandes und des öffentlichen Raumes (Straßen, Plätze, Grünanlagen und öffentlichen Einrichtungen) zu stabilisieren und das äußere Stadtgebiet durch Rückbau zu aufgelockerten durchgrünten Wohngebieten umzubauen (Vgl. Stadt Cottbus (Hrsg.), 1. Fortschreibung Stadtumbaukonzept der Stadt Cottbus, Endbericht Februar 2006, S. 96).
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Abbildung 10: Räumliches Leitbild der Stadt Cottbus: Konzentration statt Ausdünnung. |