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Akteure im Stadtumbauprozess

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Die Wirtschaft

In Bezug auf die potentiellen Stadtumbauakteure aus der Privatwirtschaft sind die Bereiche Wohnungs-, Finanz-, Ver- und Entsorgungswirtschaft sowie Bauwirtschaft zu unterscheiden. Die Einbindung der jeweiligen Akteursgruppen in den Prozess des Stadtumbaus ist insbesondere aus folgenden Gründen unerlässlich:

  • Wohnungswirtschaft: Eigentümer von z.T. umfangreichen Wohnungsbeständen im Stadtgebiet.
  • Kredit-/Finanzwirtschaft: Kreditgeber, Immobilieneigentümer, hohe Marktkenntnis.
  • Versorgungs- und Entsorgungswirtschaft: Unterhaltung der städtischen Infrastruktur im Stadtgebiet.
  • Bauwirtschaft: Umsetzung von Baumaßnahmen im Rahmen des Stadtumbaus.

Im Hinblick auf die Einbeziehung der Wohnungswirtschaft im Stadtumbau lässt sich ein zwiespältiges Fazit ziehen. Zum einen sind die wohnungswirtschaftlichen Akteure aufgrund von z.T. erheblichen Wohnungsleerständen am Stadtumbau interessiert und demzufolge zumeist auch zur Mitwirkung bereit. Andererseits führen die wohnungs- und betriebswirtschaftliche Zielorientierung sowie die im Gegensatz zur Stadt vergleichsweise kurzfristigen wirtschaftlichen Zwänge häufig dazu, dass sich in räumlicher und zeitlicher Hinsicht ein sehr unterschiedlicher Grad an Kooperationsbereitschaft mit der Stadtverwaltung ergibt. Im Rahmen des Programms Stadtumbaus Ost ist z.B. festzustellen, dass sich an der Umsetzung des Stadtumbaus vorrangig nur diejenigen Wohnungsunternehmen und -genossenschaften beteiligen, die eine Entlastung ihrer Altschulden nach § 6a AHG erhalten.
Das gleiche dürfte auch für die neuerdings am Markt auftretenden Private Equity-Gesellschaften gelten. Auch wenn eine abschließende Beurteilung noch nicht möglich ist, so ist doch erkennbar, dass das Interesse an der Beteiligung am Stadtumbau aufgrund des fehlenden regionalen Bezugs sowie der marktwirtschaftlichen Verwertung der eigenen Wohnungsbestände oft nicht gegeben ist. Folglich liegt in der gezielten Einbeziehung dieser Akteure ein erhebliches Potential für einen auch in naher Zukunft erfolgreichen Stadtumbau.

Neben der Wohnungswirtschaft stellt auch die Kreditwirtschaft einen wichtigen Partner im Stadtumbau dar. Hierzu zählen insbesondere die Förderbanken auf Bundes- und Landesebene sowie die örtlichen Kreditinstitute, deren wesentliche Aufgabe darin besteht, stadtumbaurelevante Investitionen in Form von Förderprogrammen bzw. durch Kreditvergabe an Private oder Wohnungsunternehmen zu finanzieren.

Als weiterer bedeutender Akteur ist die Ver- und Entsorgungswirtschaft zu nennen, deren stadtumbaubedingte Aufgabe sich im Wesentlichen auf die Anpassung der stadttechnischen Infrastruktur sowie der Anpassung sozialer Infrastrukturangebote an die veränderten Rahmenbedingungen erstreckt.

Schlussendlich wird der Stadtumbau auch für die Unternehmen der Bauwirtschaft eine zentrale Aufgabe in den kommenden Jahren sein, da sie als Auftragnehmer bei baulichen Maßnahmen in Erscheinung treten können. Auch wenn rückläufige Bevölkerungszahlen sowie leere öffentliche Kassen einen Rückgang der künftigen Nachfrage nach Bauleistungen vermuten lassen, so ist eine Einbeziehung der Bauunternehmen im Rahmen der Konzept- und Projektentwicklung beim Um- und Rückbau der städtischen Infrastruktur sowie des Immobilienbestands dennoch von Nöten.
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